Projektinformation

Supportive Therapie umfasst alle unterstützenden Maßnahmen zur Vermeidung oder Behandlung von Nebenwirkungen der Tumorerkrankung oder -therapie. Diese können sich auf das Management von physischen, psychischen Symptomen oder auf Nebenwirkungen über den gesamten Behandlungsprozess und Krankheitsverlauf beziehen, beginnend von der Diagnose über die Tumortherapie bis hin zur Nachsorge. 

Nach wie vor fürchten viele Patienten die Nebenwirkung einer Krebstherapie. Deshalb ist ein wichtiges Ziel des nationalen Krebsplanes die Forschungserfolge und verbesserten Therapiemöglichkeiten, die in den letzten Jahren im Bereich der supportiven Therapien entstanden sind als evidenzbasierte Leitlinien auch in die tägliche Versorgung zu bringen.

Unter dem Mandat der ASORS (Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie Rehabilitation und Sozialmedizin), der DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) und der DEGRO (Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie) wurde diese internationale Leitlinie an der Universitätsklinik Halle, Klinik für Innere Medizin IV koordiniert.

Die Entwicklung qualitativ hochwertiger evidenzbasierter Leitlinien (S3 Leitlinien) erfolgt innerhalb des Leitlinienprogramms Onkologie. Dieses Leitlinienprogramm Onkologie wird als Initiative der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe sowie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. gefördert.

Von besonderer Bedeutung bei dieser Querschnittsleitlinie ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster onkologischer Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften, unter Einbeziehung der österreichischen und schweizerischen Fachgesellschaften.

Was ist eine S3-Leitlinie?
http://www.awmf.org/leitlinien/awmf-regelwerk/hilfen-werkzeuge/klassifikation-s3.html

Ablauf und Stand:

 

Kick- off Meeting

Das Kick off Meeting fand am 01.03.2013 in Berlin statt und wurde von Herrn Dr. Markus Follmann moderiert. Im Rahmen der Konferenz wurde die Repräsentativität der Gruppe zur Erstellung der S3-Leitlinie durch die Mandatsträger geprüft. Die Schwerpunkte und Fragestellungen der Leitlinie wurden festgelegt und die Schlüsselfragen konsentiert. Nach ausführlicher Diskussion wurde entschieden, welche Art der Evidenzaufarbeitung (Leitlinienadaptation, de novo Recherche nach randomisiert kontrollierten Studien, Expertenkonsens) zur Beantwortung der Fragen anzuwenden ist. Zur Ausarbeitung der Fragestellungen wurden themenspezifische Arbeitsgruppen gebildet und jeweils zwei Arbeitsgruppenleiter im Sinne einer Doppelspitze benannt.

Konsensuskonferenzen 4/ 11 2015

Zur Diskussion, Konsensfindung und Abstimmung der 10 Themen wurden 2 Konsensuskonferenzen einberufen, die unter der Moderation von Herrn Dr. med. Markus Follmann und Frau Dr. med. Monika Nothacker durchgeführt wurden.

In der ersten Konferenz (23. und 24.4.2015) in Halle a.d. Saale erfolgte die Konsentierung der ersten 6 Themen (Tumortherapie-induzierte Anämie, Chemotherapie induzierte Diarrhoe, orale Mucositis durch systemische Tumortherapie, Tumortherapie induzierte Neutropenie, Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie Part 1, Tumortherapie induzierte periphere Neurotoxizität durch Vertreter von 40 Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften.

Die zweite Konsenuskonferenz der S3-Leitlinie wurde wiederum in Halle (Saale) am 26.11. und 27.11.2015 organisiert und durchgeführt. Die behandelten Themen waren Paravasate, Tumortherapie induzierte Nausea und Emesis, Tumortherapie induzierte Hauttoxizitäten, ossäre Komplikationen und der zweite Part der Supportiven Maßnahmen in der Radioonkologie.

Reviewverfahren, Konsultationsphase und Veröffentlichung

Den Konsensuskonferenzen folgten mehrere Reviewverfahren, in denen Langfassung, Leitlinienreport und Evidenztabellen überprüft wurden: Die Empfehlungen und Statements, die in den Konferenzen diskutiert und abgestimmt wurden sowie die Hintergrundstexte wurden zunächst durch das Leitliniensekretariat in den Gesamttext eingearbeitet und den AGs zur Kontrolle vorgestellt. Danach erfolgte ein Review durch das OL- Office und die AWMF, in dem Langfassung, Methodenreport und Evidenztabellen kritisch durchgesehen wurden. Die Kommentare und Ergänzungen wurden durch Leitlinienkoordination und Leitliniensekretariat, wenn erforderlich nach Rücksprache mit den Ag- Leitungen, umgesetzt.Die involvierten Fachgesellschaften, Arbeitsgemeinschaften und Organisationen wurden am 16.06.2015 angeschrieben und um Überprüfung und schriftliche Zustimmung gebeten. (Reviewverfahren durch die Fachgesellschaften). Gleichzeitig fand über 6 Wochen (bis 31.07.2016) eine öffentliche Konsultationsphase statt. Die vorläufige Langfassung (Konsultationsfassung) der Leitlinie, Methodenreport und Evidenztabellen wurden dazu auf die Webseite des OL- Programmes gestellt und  die Fachöffentlichkeit informiert.

Veröffentlichung am 30.11.2016

Nach Sichtung der eingegangenen Kommentare wurden mögliche Änderungen mit den entsprechenden Arbeitsgruppen diskutiert, von den Mandatsträgern abgestimmt und Korrekturen in den endgültigen Leitlinientext eingearbeitet. Durch die AWMF und den Lenkungsausschuss des Leitlinienprogramms Onkologie freigegeben steht die Leitlinie Supportive Therapie zum download bereit.

News

Mittwoch, 30. November 2016
Leitlinie veroeffentlicht

Kontakt

Leitlinienkoordination/ Leitliniensekretariat
Prof. Dr. Karin Jordan
Dr. Franziska Jahn

Projektassistenz
Josephine Werner, M.Sc.

Universitätsklinikum Halle
Klinik für Innere Medizin IV
Ernst- Grube- Str. 40
06120 Halle/Saale
S3ll.supportiv@uk-halle.de
Tel: 0345 557 -2084 / -3109
Fax: 0345 557 -2950